Musik zur individuellen Freizeitgestaltung

Im ersten Szenario stellt das System NurMut musikalische Inhalte für den Nutzer bereit, die nach bestimmten Parametern individualisiert werden, z.B. nach Region, Musikgenre usw (NurMut-Radio). Zusätzlich können Titel aus einer Liste von zielgruppenspezifischen Liedern ausgewählt werden. Der Mensch mit Demenz hat durch das Drücken auf einen Herzbutton die Möglichkeit, ein Lieblingslied als solches zu definieren, sodass der Algorithmus dieses innerhalb seiner individualisierten Liste priorisiert. Daneben können individuelle Bilder des Menschen mit Demenz angezeigt werden oder je nach Wunsch auch das Cover des jeweils gespielten Liedes. Die Gestalt des Gerätes ähnelt einem flachen Radio, welches einfach zu bedienen ist und nur wenige Knöpfe besitzt. Zudem ist es mit dem 3. Szenario kombinierbar und erweiterbar, indem ein Display mit Kamera auf das Radio gesteckt werden kann.

 

Gemeinsam musizieren

 

Individuelle musiktherapeutische Angebote fehlen gerade in strukturschwachen Regionen. Die Nutzung von Musiktherapie durch mobil eingeschränkte, betreuungsbedürftige oder schwer erreichbare Menschen mit Demenz ist zudem mit Hürden verbunden. Durch das dritte Szenario wird die Teilhabe an Musiktherapie für nicht-mobile Menschen mit Demenz, die zu Hause gepflegt werden, ermöglicht. Damit können Nutzer unabhängig von Zeit und Ort an der real stattfindenden Musiktherapie mit einem Therapeuten und anderen Teilnehmern mitwirken. Durch eine Audio-Video Konferenz und ein Streaming der Musik, haben Therapeuten und Menschen mit Demenz die Möglichkeit sich zu sehen, miteinander zu kommunizieren und zu musizieren. Die Teilnahme ist dabei nicht bindend und kann sowohl aktiv als auch passiv erfolgen. Durch eine sinnvolle Vernetzung von realer und virtueller Gruppentherapie können so soziale Bindungen gestärkt we

 

Musik & Emotionserkennung

 

Insbesondere Menschen mit herausforderndem Verhalten profitieren vom zweiten umzusetzenden Szenario von NurMut. Denn Menschen mit Demenz befinden sich bedingt durch ihre Erkrankung und den damit zusammenhängenden Einschränkungen im Alltag häufig im gestressten oder teilnahmslosen Zustand. Musik kann im gestressten Zustand eine beruhigende Rolle spielen. So kann Entspannungsmusik, aber vor allem auch eine individuelle Musikauswahl, Stress abbauen und den Betroffenen beruhigen. Durch das tägliche Tragen einer textilen Sensorumgebung, der es ermöglicht, ihn sowohl am Arm oder anderen Körperteilen zu tragen, ist es möglich simultan auf diese Phasen mit Musik zu reagieren. Die gespielte Musik orientiert sich hierbei an einen Algorithmus, der auf folgende Vitaldaten basiert, welche der Sensor misst: Herzrate, Bewegungen und Hautleitfähigkeit. Somit können frühzeitig Stress oder apathische Episoden erkannt und proaktiv darauf reagiert werden.